Das kleine Einmaleins der Literaturrecherche

Sun Jan 10 2021

Das kleine Einmaleins der Literaturrecherche

In einem unserer anderen Blogbeiträge haben wir bereits die einzelnen Schritte hin zu einer geeigneten Fragestellung für Ihre Arbeit erschlossen. Eine Hürde, die es dabei zu nehmen gilt, ist dabei auch die Prüfung eines passenden Literaturbestandes, lassen sich doch Themen nur dann souverän wissenschaftlich und entlang von Quellen erarbeiten, sofern eine hinreichende Zahl an Publikationen zum Thema vorhanden ist.

 

Für viele unserer Kunden erweist sich die Suche nach Literatur jedoch als eine keineswegs einfache, handelt es sich bei einem anstehenden Projekt doch zuweilen um die erste eigenständige wissenschaftliche Arbeit. Erschwert wird die Literatursuche jedoch nicht nur durch bisher geringe Erfahrung, sondern auch durch Themen mit wenigen geeigneten Quellen. Gerade bei recht neuen Themen ist dies ein häufiges Phänomen, hinkt der Fachdiskurs der Realität doch meist ein paar Jahre hinterher. Hier kommen selbst erfahrene Studierende schnell an ihre Grenzen. Wie aber lässt sich nun ein passender Quellenbestand finden?

 

Durchaus aber gibt es für solche Härtefälle, also Themen mit schwer zugänglicher bzw. weniger Literatur, einige Tipps und Tricks, um dennoch einen passenden Literaturbestand zu finden. Hierbei handelt es sich nicht um irgendwelche beliebigen Kniffe, sondern die Best-Practices unserer Autoren, wie sie sie innerhalb ihrer Literaturrecherche anwenden. Diese Kniffe haben wir fortlaufend für Sie aufbereitet.

 

Option 1: Literatur im Katalog der Universitätsbibliothek finden

Der erste Tipp ist sicherlich kein geheimer, sofern Sie schon mal eine eigene wissenschaftliche Arbeit geschrieben haben. Sind Sie jedoch Anfänger, so sollten Sie bei der Suche nach Literatur zunächst Ihre naheliegendste Anlaufstelle aufsuchen – nämlich Ihre Universitätsbibliothek. Hier finden Sie im besten Falle bereits, wonach Sie suchen. So verfügen die meisten Universitätsbibliotheken doch immerhin über einen umfangreichen Bestand, aus dem Sie in der Regel bereits eine gute Menge an passender Literatur für Ihre Arbeit ziehen können.

Sollte der lokale Bestand Ihrer Universitätsbibliothek hingegen kleiner ausfallen, haben Sie dank gegenseitiger Kooperationen zwischen den Universitäten meist die Möglichkeit, auch Werke per Fernleihe zu bestellen, die sich bei anderen Universitäten im Bestand befinden. Insofern können Sie in der Regel auf deutlich mehr Literatur zugreifen, als im Bestand Ihrer Universitätsbibliothek befindlich ist. Per Fernleihe bestellte Literatur können Sie meist nach wenigen Tagen in Ihrer Universitätsbibliothek abholen.

Achten Sie bei der Recherche in Bibliothek-Katalogen, und dieser Hinweis gilt auch für den folgenden Punkt, jedoch unbedingt darauf, nach den richtigen Suchbegriffen zu suchen. Stellen Sie sich vorher also die Frage, welche Schlagworte für Ihr Thema von Relevanz sind und in welchen Variationen diese in Titeln auftreten könnten. Diese Schlagwortkombinationen sollten Sie dann Schritt für Schritt in die Suchleiste eingeben, um vom System passende Treffer angezeigt zu bekommen. Werden Sie hier möglichst spezifisch, um direkt passende Literatur einzugrenzen.

 

Option 2: Literatur in Onlinedatenbanken und digitalen Fachzeitschriften recherchieren

War die Suche im physischen Bestand Ihrer Universitätsbibliothek hingegen erfolglos und die Ausbeute mager, haben wir selbstverständlich noch weitere Tipps für Sie, wo und wie Sie an geeignete Quellen kommen. Ein möglicher Weg führt hier immer öfter gerade auch ins World-Wide-Web. Der Grund ist denkbar einfach, vollzieht sich im Rahmen der Digitalisierung doch auch eine immer stärkere digitale Aufbereitung von Quellen und Literaturen. Diese finden Sie daher immer häufiger in Internet-Datenbanken zum Download oder im Rahmen von Online-Fachzeitschriften.

Gemeinhin empfehlen wir Ihnen für eine Onlinerecherche Datenbanken wie beispielsweise Google Scholar, Researchgate oder Springer Link. Je nachdem, welchen Fachbereich Sie konkret studieren, gibt es hier jedoch noch spezifischere Möglichkeiten, wie etwa die Datenbank PubMed mit vorwiegend medizinischer Literatur. Sofern Sie aus sowohl physischen als auch digitalen Beständen schöpfen, sollten Sie insgesamt bereits hinreichend passende Literatur gefunden haben.

 

Option 3: Recherchieren in Archiven, physischen Datenbanken und Ausstellungen

Eine seltene und vielmehr fachbereichsabhängige Option zur Recherche erhalten Sie darüber hinaus in Archiven, physischen Datenbanken und Ausstellungen. Attraktiv sind diese Optionen etwa im Fachbereich Geschichte oder ähnlichen Geisteswissenschaften, sofern Sie etwa in Archiven auf relevante historische Dokumente zugreifen können, aus denen Sie wichtige Schlüsse für Ihre Arbeit ziehen können. Je nach Themenstellung können diese Optionen jedoch auch für andere Fachbereiche von Interesse sein und einen Mehrwert für die Arbeit bieten. Nur selten jedoch dürften Dozierende dies von sich aus von Ihnen verlangen, ist dieser Rechercheweg doch mit vergleichsweise hohem Aufwand verbunden.

 

Option 4: Durchführen einer eigenen Empirie

Manchmal helfen selbst die drei zuvor benannten Punkte nichts. Das vor allem im Falle wirklich brandaktueller Themen, zu denen einfach noch kaum ein Autor publiziert hat. Selbst wenn Sie drei oder vier gute Quellen finden, ist dies in den seltensten Fällen ausreichend für eine perspektivenreiche und ausgewogene Erarbeitung.

In diesem Szenario sollten Sie erwägen, ob Sie nicht selbst zum Forscher werden wollen, indem Sie eine eigene Erhebung durchführen. Anstatt sich etwa auf die Erfahrungen und Studien anderer Autoren zu stützen, könnten Sie so im Rahmen einer eigenen Empirie ebenso eigene Erkenntnisse gewinnen, auswerten und zur Grundlage Ihrer Arbeit machen.

Selbstredend ist dies mit meist höherem Aufwand verbunden, ist aber ab und an der einzige Weg, wenn es ein Thema mit bislang geringem Quellenbestand sein soll. Selbst wenn Sie zahlreiche Quellen finden, ist die Durchführung einer Empirie noch immer hochinteressant, wird dieser Mehraufwand doch meist vonseiten der Dozenten honoriert und führt, wenn richtig umgesetzt, somit zu besseren Noten. Falls Sie sich nun Fragen, wie Sie eine Empirie durchführen und welche Möglichkeiten sich Ihnen hier bieten, finden Sie hierzu einen Beitrag unter unseren Blog-Artikeln.

 

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